Geschichte

Die Landwirtschaftliche Landeslehranstalt Imst wurde im Jahr 1919 gegründet.
Hier finden Sie alle geschichtlichen Hintergründe zur Landwirtschaftlichen Landeslehranstalt Imst.

Als Hauptinitiatoren gelten der damalige Landeskulturratspräsident Josef Siegele aus Arzl sowie Landesrat Andreas Gebhart, der dieses Ansinnen der Tiroler Landesregierung zur Beschlussfassung vorlegte.

Nach einem bescheidenen Beginn mit einer Klasse der Winterschule wurde das Bildungsangebot in den Folgejahren sukzessiv ausgebaut.
Neben der Gründung einer Haushaltungsschule (1921) wurden auch Ausbildungsstätten für die Imkerei und die Weberei geschaffen.

Von der Lehranstalt darüber hinaus verwaltet wurden u.a. ein Sennereibetrieb (spätere Lehrmolkerei) sowie die im Postanwesen untergebrachte Landesgastwirteschule. Die landw. Winterschule wurde schon bald auf 2 Jahrgänge ausgedehnt, ein großzügiger Ausbau (1929) führte die permanenten Raumprobleme einer Lösung zu.

Im Laufe des 2. Weltkrieges kam die Ausbildungstätigkeit faktisch zum Erliegen. Unter schwierigsten Bedingungen (die Räumlichkeiten waren durch die Nationalsozialisten und die einmarschierenden Besatzungssoldaten arg in Mitleidenschaft gezogen worden) begann der Neustart im Herbst 1945 mit einem Hauswirtschaftskurs am Linserhof. Erst im darauf folgenden Jahr konnte der Schulbetrieb in den angestammten Räumlichkeiten wieder aufgenommen werden.

Das große Interesse der Oberländer Bevölkerung an einer land- bzw. hauswirtschaftlichen Ausbildung hatte zur Folge, dass die Schülerzahlen kräftig anstiegen und insbesondere in der Hauswirtschaft akuter Platzmangel herrschte. Durch das Engagement von Landesrat Eduard Wallnöfer (Absolvent der landw. Fachschule Jg. 32/33) konnte im Jahr 1952 die neue Haushaltungsschule bezogen werden. Der spätere Landeshauptmann war zeitlebens ein großer Förderer der Lehranstalt.

Der gesellschaftliche Wandel brachte es mit sich, dass die Zahl der in der Landwirtschaft Beschäftigten stetig abgenommen hat. Trotzdem konnte die Lehranstalt ihre Schülerzahlen bis zum Beginn der 70er-Jahre ziemlich konstant halten.

Zu diesem Zeitpunkt wurde die dreijährige Fachschule aus der Taufe gehoben und es stellte sich bald heraus, dass dieser Schultyp ein Erfolgsmodell ist. Im Bereich der Hauswirtschaft wurde die Schaffung einer dreijährigen Ausbildung erst zu Beginn der 90er-Jahre in die Tat umgesetzt. Bei der ländlichen Bevölkerung hat dieses Bildungsangebot großen Anklang gefunden und einen markanten Schub bei den Schülerzahlen ausgelöst. Begleitend dazu wurden auch laufend bauliche Maßnahmen gesetzt, damit eine zeitgemäße Wissensvermittlung stattfinden kann und die internatsmäßige Unterbringung gewährleistet ist.

Besonders hervorzuheben sind in diesem Zusammenhang die Revitalisierung der alten Haushaltungsschule - dem heutigen Luise-Wallnöfer-Haus - sowie der großzügige Ausbau des Dachbodentraktes im Hauptgebäude als Schülerheim.

Dem Umbau des Rinderstalles mit der Zielsetzung tiergerechter Haltungsformen folgte die Errichtung eines modernen Schafstalles und in weiterer Folge die Ansiedlung der Freilandhaltung von Grauviehmutterkühen. 

Einen Schwerpunkt bildete auch die Schaffung moderner Räumlichkeiten für die Milch- und Fleischverarbeitung. Einer Generalsanierung unterzogen wurde auch die Wirtschafts- und Lehrküche in der Hauswirtschaft. Schließlich wurde dem lange gehegten Wunsch nach einem Neubau der Lehrwerkstätten für Holz-, Metall- und Landtechnik Rechnung getragen. Der Neufassung des Lehrplanes für die Ausbildung in der Fachschule für ländliche Hauswirtschaft mit der Manifestierung der Ausbildungsschwerpunkte Tourismus bzw. Gesundheit und Soziales im Jahr 2000 folgte vier Jahre später jene für die Fachrichtung Landwirtschaft mit einer Neugestaltung des allgemeinbildenden und praktischen Unterrichts. 

Seit mehreren Jahren werden in den beiden Fachrichtungen insgesamt 13 Klassen geführt, davon fünf in der 9. Schulstufe und acht in den aufsteigenden Klasssen. Die SchülerInnenzahl liegt relativ konstant bei ca. 360. Regen Zulauf verzeichnen wir auch in der Fachschule für Erwachsene, die entweder mit der Facharbeiter- oder der Meisterprüfung abgeschlossen wird. In ihrer Funktion als ländliches Bildungszentrum veranstaltet die Landw. Landeslehranstalt Imst auch laufend diverse Fachkurse, Vortragsabende und Seminare.

Die Landw. Landeslehranstalt Imst wurde im Jahr 1919 gegründet.

Als Hauptinitiatoren gelten der damalige Landeskulturratspräsident Josef Siegele aus Arzl sowie Landesrat Andreas Gebhart, der dieses Ansinnen der Tiroler Landesregierung zur Beschlussfassung vorlegte.

Aus der "Tiroler Bauernzeitung" vom 14. November 1919


Die Eröffnung der Landwirtschaftlichen Lehranstalt in Imst erfolgt am Montag, den 17. ds. An alle Schüler, die aufgenommen werden sollen, ergeht eine separate Verständigung; für Unterkunft, Verpflegung und Beaufsichtigung der Schüler ist gesorgt. Die Lehrkräfte für die Schule befinden sich bereits in Imst und haben die Vorbereitungen für die Eröffnung beendet.

Mit der Errichtung einer landwirtschaftlichen Lehranstalt für das Oberinntal und Außerfern wird einem lange gehegten und berechtigten Bedürfnisse entsprochen. Kulturboden, Lage und Klima - die Hauptgrundlagen der Bodenkultur - weisen hier einen eigenartigen, vom Unterinntal vielfach stark abweichenden Charakter auf, eine Tatsache, der im Landwirtschaftsbetrieb Rechnung getragen werden muß.

Danach hat sich die Lehrmethode und der Gutsbetrieb einer Lehranstalt zu richten; hieraus erklärt sich auch die Notwendigkeit und Zweckmäßigkeit der landwirtschaftlichen Schulung für ein größeres Gebiet mit spezifischen, für den Landwirtschaftsbetrieb ausschlaggebenden Verhältnissen.

Die Notwendigkeit und Dringlichkeit einer landwirtschaftlichen Fachschule für ein Gebiet von drei Bezirkshauptmannschaften - Landeck, Imst und Reutte - überhaupt, ist so klar und so einleuchtend, daß darüber heute kein Wort mehr zu verlieren ist.

Durch die Erwerbung des Postanwesens in Imst durch den Landeskulturrat ist für die landwirtschaftliche Schule ein sehr geeignetes Schulgut vorhanden, während für die Schule selbst die Räumlichkeiten der aufgelassenen Bauhandwerkerschule geradezu wie geschaffen sind. Durch die Übernahme des Lebensmittelkabinettes hat die Schule schon für den Anfang eine Einrichtung erhalten, die sie über die größten Schwierigkeiten hinwegbringt.

Was besonders zu begrüßen ist, das ist die Möglichkeit der weiteren Ausgestaltung der landwirtschaftlichen Schule in Imst durch Einrichtung einer Haushaltungsschule usw. Wenn die Anstalt die weitere ausreichende Unterstützung des Tiroler Landesrates findet, so hat sie eine glänzende Zukunft und wird das werden, was sie sein soll; eine Stätte landwirtschaftlicher Lehre und landwirtschaftlichen Beispieles zum Segen und Nutzen des armen, aber noch entwicklungsfähigen Oberinntales.

Diese Website verwendet Cookies. Wenn Sie diese Website weiterhin nutzen, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.